Rebecca Reusch – Verschwunden im Morgenlicht

15 Jahre · zuletzt gesehen am 18. Februar 2019 · Berlin-Britz

Rebecca Reusch wird am 21. September 2003 geboren und wächst in einem Einfamilienhaus in Berlin-Rudow auf, wo die Familie seit Generationen lebt. Ihre Eltern Brigitte und Bernd haben drei Töchter: Vivian, Jessica und Rebecca als jüngste. Rebeccas ältere Schwester Jessica ist seit acht Jahren mit Florian R. zusammen – für die Familie ist er wie ein eigener Sohn, für Rebecca wie ein Bruder.

Ab der siebten Klasse besucht Rebecca die Walter-Gropius-Schule. Als Neue hat sie es anfangs nicht leicht, ihre Eltern berichten später von Mobbing. Mit der Zeit findet sie Freundinnen und trifft sich jeden Morgen mit ihnen in der Mensa, bevor der Unterricht beginnt. Rebecca liebt die Serie Riverdale, fotografiert gern, nimmt TikToks auf und ist großer Fan der K-Pop-Band BTS. Sie legt viel Wert auf ihr Äußeres, macht sich aber auch Sorgen um ihre Zukunft und kämpft laut Freundinnen mit Selbstbewusstseinsproblemen.

Am Samstag, dem 16. Februar 2019, frühstückt Rebecca mit ihren Eltern. Sie bittet Bernd, noch am selben Tag Bilderrahmen in ihrem Zimmer anzubringen – sie will nach der Schule am Montag gleich Bilder einrahmen. Am Nachmittag gehen die Eltern gemeinsam mit Rebecca zu Jessicas und Florians Haus in Berlin-Britz. Jessicas damals zweijährige Tochter lebt dort ebenfalls. Der Plan: Rebecca übernachtet von Samstag auf Sonntag, verbringt auch den Sonntag dort und schläft in der Nacht auf Montag noch einmal auf der Couch im Wohnzimmer – um von dort am Montag direkt zur Schule zu gehen.

Am Sonntagabend kommt Bernd noch einmal kurz vorbei. Rebecca hatte ihre Ohrentropfen zuhause vergessen – er bringt sie mit, dazu Wasser, Orangensaft und etwas Kleingeld, damit sie sich am Montagmorgen noch ein Frühstück kaufen kann. Er bleibt nur kurz und übergibt die Sachen im Hauseingang. Jessica und Rebecca verbringen den Abend zu zweit: Sie bestellen Pizza, schauen fern, hören Musik und spielen Sims. Um etwa 20 Uhr schickt Rebecca einer Cousine ein Selfie von sich und Jessica. Irgendwann zwischen 23 und 24 Uhr legen sie sich schlafen. Jessicas Mann Florian ist an diesem Abend bei einer nachgeholten Weihnachtsfeier seines Arbeitgebers unterwegs – er arbeitet als Koch in einem Vier-Sterne-Hotel auf dem Kurfürstendamm.

Es ist der 18. Februar 2019. Nach eigenen Angaben kommt Florian R. um 5:45 Uhr von der Feier zurück. Statt sofort einzuschlafen, surft er noch im Internet. Gegen 7 Uhr verlässt Jessica mit ihrer Tochter das Haus Richtung Kita und Arbeit – sie schaut nicht noch einmal im Wohnzimmer nach Rebecca, weil sie sie ausschlafen lassen möchte.

Um etwa 7:15 Uhr versucht Rebeccas Mutter Brigitte, ihre Tochter zu erreichen – Rebeccas Handy ist nicht erreichbar. Das findet Brigitte zunächst nicht unbedingt verwunderlich: Rebecca habe über Nacht oft den Flugmodus aktiviert, um nicht durch Anrufe gestört zu werden. Stattdessen ruft Brigitte Jessica an und erfährt, dass Rebecca an diesem Tag erst um 9:50 Uhr Unterricht hat, da die erste Stunde Englisch ausfällt. Brigitte beschließt, später noch einmal anzurufen.

Ein von der Familie beauftragter IT-Experte wertet später die Routerdaten aus und stellt fest, dass sich Rebeccas Handy zuletzt um 7:46 Uhr – eine dreiviertel Stunde nachdem Jessica das Haus verlassen hat – im WLAN des Hauses eingeloggt hatte.

Eine Freundin von Rebecca gibt an, sie sei um 8:15 oder 8:30 Uhr aufgewacht und habe gesehen, dass Rebecca ihr über Snapchat ein Foto geschickt hatte. Das Bild soll Rebecca im Flurspiegel von Jessicas Haus zeigen, bereits in ihrer Ausgehkleidung mit schwarzen Vans und pinkfarbener Jacke. Die Freundin wundert sich, weil Rebecca für die Uhrzeit sehr früh fertig zu sein scheint – der Schulweg dauert von dort nur etwa 20 Minuten. Sie antwortet auf den Snap, aber ihre Nachricht wird nie geöffnet. Da Snapchat-Fotos nach dem Öffnen automatisch gelöscht werden, existiert das Bild nicht mehr.

Gedenkplakat für die seit 2019 vermisste Rebecca Reusch
Rebecca Resuch im Sonnenlicht mit offenen Haaren

Um 8:25 Uhr versucht Brigitte erneut, Rebecca zu erreichen. Als auch Florian den Anruf zunächst wegdrückt, beschließt sie, selbst zum Haus zu fahren. Kurz darauf meldet sich Florian zurück und erklärt, Rebecca sei nicht mehr im Wohnzimmer. Brigitte schreibt ihrer Tochter eine WhatsApp-Nachricht. Die Nachricht wird zwar zugestellt – obwohl Rebecca laut IT-Experten seit 7:46 Uhr nicht mehr im WLAN des Hauses eingeloggt ist – was bedeutet, dass ihr Handy zu diesem Zeitpunkt an einem anderen WLAN-Netzwerk eingeloggt gewesen sein muss. Brigitte vermutet, das Handy könnte sich auf dem Weg zur Schule in öffentlichen Gebäuden wie den Gropiuspassagen, der Dreieinigkeitskirche oder der Schule eingeloggt haben.

Rebecca erscheint nicht in der Schule und wird dort nicht als krank gemeldet. Alle Familienmitglieder gehen zunächst davon aus, dass sie ganz normal im Unterricht sitzt. Brigitte ist zuhause mit Frühjahrsputz beschäftigt. Gegen 16:05 Uhr ruft Jessica bei ihrer Mutter an: Rebecca sei noch nicht zurück, dabei hatten die beiden geplant, gemeinsam in den Britzer Garten zu gehen. Rebeccas Wechselkleidung und Zahnbürste hatte sie bei Jessica und Florian zurückgelassen. Brigitte meldet sich per E-Mail bei Rebeccas Lehrer – dieser ruft zurück und teilt mit, Rebecca sei an diesem Tag gar nicht erschienen. Noch am selben Nachmittag verständigt die Familie die Polizei.

Am frühen Morgen des 19. Februar schickt Brigitte um 5:10 Uhr eine WhatsApp-Nachricht: „Becky, wo bist du?" – die Nachricht wird nie zugestellt. Rebeccas Handy wird nicht mehr eingeschaltet.

Drei Tage nach dem Verschwinden veröffentlicht die Polizei ein Bild des Mädchens. Es ist ein Selfie, das Rebecca mit Wasserzeichen und Filtern zeigt – ein Foto, das die Polizei selbst aus Rebeccas Instagram-Account ausgewählt hatte. Die Auswahl dieses Bildes wird später kritisiert: Profiler und Medienexperten weisen darauf hin, dass das Bild Rebeccas Gesichtszüge verfälsche und sie nicht naturgetreu zeige. Am 23. Februar zieht die Mordkommission hinzu – man könne nicht mehr ausschließen, dass Rebecca Opfer eines Verbrechens geworden sei.

Die Suche beginnt. Rebeccas Schwester Vivian ruft auf Instagram zu einer Suchaktion auf und mobilisiert etwa 60 Menschen, die in Rudow einen Park und ein Wohngebiet absuchen. Einen Tag später sucht die Polizei den Schulweg sowie Parks ab, Helikopter sind im Einsatz. Außerdem werden Altkleidercontainer in Berlin-Britz durchsucht. Bei der Aktion wird ein graues Shirt sichergestellt – nicht in einem Container, sondern in einer Straße in der Nähe am Wermutweg. Ein Mantrailer-Hund nimmt eine Spur auf, die vom Haus im Mauerweg bis zur Bushaltestelle Alt-Buckow führt – von dort fährt die Linie M11 direkt zu Rebeccas Schule. Da Rebecca diesen Weg aber oft gegangen ist, ist die Aussagekraft der Spur fraglich.

Dann eine schockierende Wendung: Rebeccas Schwager Florian R. wird am 28. Februar 2019 festgenommen. Jessica bricht bei der Verhaftung zusammen. Brigitte schreit die Polizisten an, sie machten einen riesigen Fehler. Florian wird Totschlag vorgeworfen. Ihm wird zur Last gelegt, Rebecca getötet und ihren Leichnam in seinem Fahrzeug transportiert zu haben.

Im Zentrum des Verdachts: ein himbeerroter Renault Twingo. Das Kraftfahrzeug-Kennzeichen-Erkennungssystem KESI – das in Brandenburg seit 2010 eingesetzt wird und nur Kennzeichen, nicht Fahrer erfasst – registrierte den Wagen am 18. Februar 2019 um 10:47 Uhr sowie am 19. Februar 2019 um 22:39 Uhr auf der A12 zwischen Berlin und Frankfurt (Oder) in Richtung Polen. Das System ist datenschutzrechtlich umstritten und hatte in Hessen eine dokumentierte Fehlerquote von 93 Prozent. Florians Erklärungen für die Fahrten sind laut Polizei widersprüchlich und passen nicht zu seinen früheren Angaben. In seinen ersten Zeugenaussagen hatte er angegeben, zu dieser Zeit geschlafen zu haben – gleichzeitig soll er in diesem Zeitraum WhatsApp-Nachrichten verschickt haben.

Zusätzlich wurde bekannt, dass Florian sich kurz nach seiner Heimkehr von der Feier Inhalte zu Fessel- und Strangulationspraktiken beim Geschlechtsverkehr gegoogelt haben soll. Die Staatsanwaltschaft sieht diese Punkte als Beleg für widersprüchliches Verhalten rund um das Verschwinden seiner Schwägerin.

Der Haftrichter sieht zunächst keinen dringenden Tatverdacht und lässt Florian nach einer Nacht frei. Die Staatsanwaltschaft legt Beschwerde ein. Am 4. März wird Florian erneut – diesmal direkt in seiner Hotelküche auf dem Kurfürstendamm – festgenommen und kommt in Untersuchungshaft. Am 6. März veröffentlicht die Polizei sein Foto – ein im deutschen Rechtsraum außergewöhnlicher Schritt, der vor einer offiziellen Anklage selten vorkommt. Laut Brigitte Reusch wurde Florian zuvor angedroht, sein Foto zu veröffentlichen, sollte er nicht aussagen. Am selben Abend tritt ein LKA-Beamter bei Aktenzeichen XY auf und erklärt, er sei sich sicher, dass Rebecca das Haus nicht lebend verlassen habe.

Im Kofferraum des Twingo werden Haare sowie Fasern einer lilafarbenen Decke sichergestellt, die ebenfalls verschwunden ist. Brigitte Reusch erklärt, Rebeccas zweijährige Nichte habe noch am Tag vor dem Verschwinden im Kofferraum gespielt – Haare könnten so dorthin gelangt sein. Spätere DNA-Analysen ergeben tatsächlich, dass die gefundenen Haare nicht von Rebecca stammen. Ein erfahrener Leichenspürhund-Einsatz ergibt zudem, dass im Auto keine Leiche transportiert wurde. Am 22. März 2019 wird Florian aus der Untersuchungshaft entlassen – die Staatsanwaltschaft legt diesmal keine Beschwerde ein. Er wurde seitdem nicht erneut wegen eines Verbrechens an Rebecca festgenommen. Die Unschuldsvermutung gilt ausdrücklich.

Nach der Aktenzeichen-XY-Ausstrahlung gehen rund 700 neue Hinweise bei den Ermittlern ein. Zeugen wollen den Twingo in einem Waldstück bei Kummersdorf gesehen haben. Drei Reiterinnen berichten von einem jungen Mann mit Baseball Cap, der sich nervös umschaute und bei ihrer Sichtung in den Wald floh. Eine der Reiterinnen datiert die Beobachtung anhand von Fotos auf kurz nach 12 Uhr mittags am 18. Februar. Florian kannte laut Ermittlungen einen Bekannten, der in Bungalows bei diesem Waldstück in Kummersdorf wohnt. Das Gebiet zwischen Kummersdorf und Wolzig wird abgesucht – mit Hubschraubern, Leichenspürhunden und Suchhunden. Weitere Suchaktionen folgen entlang der A12: bei Fürstenwalde West, am Scharmützelsee, in Ortschaften zwischen Berlin und der polnischen Grenze sowie auf mehreren Seen, darunter dem Starnsdorfer See, dem Herzberger See, dem Wolziger See und dem Storkower Kanal. Florian ist in Frankfurt (Oder) aufgewachsen und kennt sich dort gut aus. Keine der Suchaktionen führt zu Rebecca.

Parallel dazu wird bekannt: Im Herbst 2020 – anderthalb Jahre nach dem Verschwinden – forderten die Ermittler erstmals Google-Daten bei der europäischen Zentrale in Dublin an. Die Daten trafen erst 2021 ein. Das Ergebnis: Seit dem 18. Februar 2019 hat sich niemand mehr in Rebeccas Google-Account eingeloggt. Dieser Befund gilt als weiteres Indiz dafür, dass Rebecca diesen Tag nicht überlebt hat. Die Google-Daten sollen zudem Grundlage für die erneute Hausdurchsuchung bei Florian im April 2023 gewesen sein.

Im April 2023 wird Florians Wohnhaus erneut durchsucht. Dabei wird unter anderem ein Bademantel sichergestellt, dessen Gürtel fehlt. Brigitte Reusch erklärt, der Gürtel sei zum Ziehen eines Bobby Cars benutzt und anschließend entsorgt worden. Zusätzlich nehmen Ermittler akustische Messungen vor, um zu prüfen, welche Geräusche aus dem Haus nach außen dringen.

Im Herbst 2023 übergibt ein Bildzeitung-Rechercheteam der Staatsanwaltschaft ein Überwachungsvideo aus der Nachbarschaft von Jessica und Florian. Darauf soll ein himbeerroter Renault Twingo zu sehen sein, der die Straße um 7:24 Uhr verlässt und etwa 46 Minuten später zurückkehrt. Die Bild mutmaßt, das Heck des Wagens könnte auf der Hinfahrt tiefer gehangen haben. Die Staatsanwaltschaft wertet das Video aus und erklärt 2024: Es ergeben sich keine neuen Erkenntnisse. Ob das Auto auf dem Video tatsächlich das von Florian ist, wurde von offizieller Seite nie bestätigt.

Rebeccas Kleidung beim Verschwinden: eine rosafarbene Plüschjacke, ein weißer BTS-Hoodie mit der Aufschrift „Rap Monster", eine zerrissene Jeans, schwarze Vans-Schuhe. Mit ihr verschwunden: ein dunkelroter Vans-Rucksack, eine rosafarbene Handtasche, ihre Michael-Kors-Geldbörse, ihr Handy sowie eine pinkfarbene Sofortbildkamera der Marke Fujifilm Instax Mini. Und eine lilafarbene Fleecedecke aus dem Haushalt von Jessica und Florian. Zu dieser Decke gibt es eine Theorie der Familie: BTS-Mitglied J-Hope feiert am 18. Februar Geburtstag, Lila ist die Farbe der BTS-Fangemeinde – Rebecca könnte die Decke als Fotohintergrund mitgenommen haben, vermutet Brigitte. Andererseits: Die Decke könnte auch genutzt worden sein, um einen Leichnam zu transportieren.

Eine anonyme Zeugin aus Würselin berichtet, im Mai 2019 in einem Wald rund 600 Kilometer von Berlin entfernt eine lilafarbene Decke gefunden zu haben. Ihr Vater, ehemaliger Mordermittler, hatte die Decke dort bereits seit mindestens der letzten Märzwoche 2019 bemerkt. Die Tochter gibt den Hinweis an die Berliner Polizei weiter. Als sie ein halbes Jahr später wieder in dem Wald ist, liegt die Decke noch immer an derselben Stelle. Die Polizei antwortete lediglich, der Hinweis habe keine Relevanz gehabt.

Unter den Sichtungen, die nach dem Verschwinden eingehen, ragt eine besonders heraus: Eine Nachbarin von Jessica und Florian, in den Medien als „Frau Müller" anonymisiert, gibt an, Rebecca am Morgen des 18. Februar gegen 11:30 Uhr im Mauerweg begegnet zu sein – mit einer rosafarbenen Decke, grimmigem Blick und ohne Gegengruß. Sie begründet ihre Erinnerung unter anderem damit, dass es am Vortag geregnet habe und der Boden noch feucht gewesen sei. Eine Überprüfung ergibt jedoch: Am 17. Februar 2019 hat es in Berlin nicht geregnet – es war sogar recht warm und die Sonne schien. Keine Wetterstation verzeichnete Niederschlag. Ihre Aussage verliert damit erheblich an Glaubwürdigkeit. Die Polizei winkt Frau Müllers Angaben ab: Die Ermittlungsergebnisse würden nicht zu ihrer Aussage passen.

Außerdem berichtete Brigitte Reusch, Rebecca habe im Monat vor ihrem Verschwinden einer Internetbekanntschaft namens Max oder Maxi erwähnt, die sie über Instagram kennengelernt habe. Der Kontakt hatte rund ein halbes Jahr bestanden, hatte sich aber schon vor dem Verschwinden verlaufen. Max löschte sein Profil am 20. Februar aus Angst vor Online-Drangsalierung. Journalistinnen des Podcasts Im Dunkeln konnten ihn ausfindig machen: Max ist Schüler aus Westdeutschland, die Polizei überprüfte seine Anwesenheit in der Schule für den relevanten Zeitraum – er hat ein Alibi. Der Staatsanwalt erklärte: Die Spur habe sich zerschlagen.

Im Jahr 2020 erschien der investigative Podcast Im Dunkeln – Der Fall Rebecca Reusch von den Journalistinnen Lena Niethammer und Miriam Arns. Der Podcast brachte unter anderem Aussagen aus Florians früherem Umfeld ans Licht – darunter Gewaltvorwürfe ehemaliger Partnerinnen. Florian wurde nie wegen häuslicher Gewalt angeklagt oder verurteilt. Diese Vorwürfe entstammen ausschließlich den Recherchen des Podcasts und sind nicht durch Gerichtsurteile belegt.

Außerdem war Florian laut frühen Medienberichten 2014 wegen des Schmuggels sogenannter Polenböller zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Seine Halbschwester Sarah berichtete im Podcast, er habe ihr gegenüber zugegeben, rund um sein Verschwinden als Kurier unterwegs gewesen zu sein. Der leitende Staatsanwalt bewertet diese Theorie als nicht plausibel.

Polizei und Staatsanwaltschaft gehen weiterhin davon aus, dass Rebecca das Haus ihrer Schwester am Morgen des 18. Februar 2019 nicht lebend verlassen hat und nicht mehr am Leben ist. Florian R. ist bis heute der einzige offizielle Tatverdächtige, wurde jedoch nie angeklagt. Jessica und Florian sind nach wie vor verheiratet und Eltern. Rebeccas Familie glaubt an seine Unschuld.

Bis heute fehlt von Rebecca Reusch jede Spur.

Wie sah Rebecca zum Zeitpunkt ihres Verschwindens aus?

Rebecca war ein schlanker, ungewöhnlich großer Teenager – zwischen 1,70 und 1,80 Meter – mit braunen, schulterlangen Haaren. Am Morgen des 18. Februar 2019 trug sie einen weißen Hoodie mit der Aufschrift „Rap Monster", eine pinke Plüschjacke, eine zerrissene Bluejeans und schwarze Vans-Sneaker. Bei sich hatte sie einen roten Rucksack und eine auffallend große beige-rosafarbene Handtasche.

Ein Porträtfoto von Rebecca Reusch

Wer hat eine Antwort auf folgende Fragen?

Wofür wurde der Twingo zweimal Richtung Frankfurt an der Oder bewegt? Wenn ein Tötungsdelikt geschah – wo ist der Ablageort? Wer hat Rebecca am Morgen des 18. Februar 2019 gesehen? Wer hat Rebecca nach dem 18. Februar noch gesehen?

Sachdienliche Hinweise bitte an die 3. Mordkommission des Landeskriminalamts Berlin in der unter folgender Rufnummer (030) 4664-911333, per E-Mail unter lka113-hinweis@polizei.berlin.de oder anonym über das Hinweisportal (BKMS) der Berliner Polizei unter hinweisgebersystem.lka-berlin.de.